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Die Stifterin

Im Alter von 73 Jahren ist Ruth Fricke gestorben

Im Alter von 73 Jahren ist Ruth Fricke gestorben. Die gebürtige Herforderin erkrankte 1986 zum ersten Mal an einer Psychose.

 

Vor ihrer Berentung arbeitete sie als Berufsschullehrerin. Ihr Engagement hatte seine Wurzeln in ihren gewerkschaftlichen und sozialdemokratischen Überzeugungen.

 

Im Sommer 1994 gründete sie eine Selbsthilfegruppe für Psychiatrie-Erfahrene und arbeitete ab Herbst im Sprecherteam des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener NRW mit. Es folgte ein jahrzehntelanges Engagement für die Rechte und die Selbstbestimmung psychisch erkrankter Menschen. Neben ihrer Tätigkeit im BPE war sie Gründungsvorsitzende des Behindertenbeirates des Kreises Herford, Mitglied der staatlichen Besuchskommission nach PsychKG NRW sowie Koordinatorin der Patientenvertreter für die Regierungsbezirke Detmold und Münster. 2004 war sie Gründungsmitglied des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit und seither Mitglied der Steuerungsgruppe. Zudem initiierte sie die jährlichen Gedenkveranstaltung des Kontaktgesprächs Psychiatrie für die Opfer der nationalsozialistischen Patientenmorde unter dem Titel "T4-Opfer nicht vergessen“. Nicht zuletzt war Frau Fricke bis 2014 im Vorstand des Dachverbands Gemeindepsychiatrie tätig.

 

Ruth Fricke war eine mutige Frau der klaren Worte, die mit ihren streitbaren Positionen für die Rechte Betroffener nicht selten aneckte. Nachhaltig erfolgreich wurde ihr Engagement dadurch, dass sie konstruktiv, zuverlässig und veränderungsorientiert mit den verschiedenen politischen und sozialen Akteuren zusammenarbeitete. Sie wollte dabei helfen, die Verhältnisse im Kleinen und Großen zum Positiven zu verändern sei es in der Selbsthilfegruppe, in ihrer Heimatregion oder auf der Bundesebene. Trotz ihrer Erfolge blieb sie immer sehr bescheiden. Sie nahm sich zurück und stellte die Themen in den Vordergrund, für die sie sich einsetzte.

 

Der Nachwelt hinterlässt sie nicht nur die genannten Verdienste, sondern auch eine Stiftung für Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung, an deren Etablieren sie in 2021 trotz schwerer Krankheit unermüdlich gearbeitet hatte und deren formelle Gründung sie noch kurz vor ihrem Tod erleben konnte.

 

Ruth Fricke hat besonders die Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener, aber auch die Gemeinde- und die klinische Psychiatrie geprägt.